ON AIR Richtung Zukunft – mit 60 Lesungen live und digital

Mit 60 Lesungen an 13 Tagen feiert der 29. Göttinger Literaturherbst vom 17. Oktober bis 1. November 2020 auch in diesem besonderen Jahr ein Fest der Gegenwartsliteratur. Ob Belletristik oder Sachbuch – unter den Autor*innen finden sich die derzeit interessantesten Stars der Literaturszene. 

Noch vor der Eröffnung des Kunsthauses werden auch wir als Spielstätte teilnehmen und freuen uns auf das vielfältige Programm. Mit dem ON-AIR-Angebot startet der Göttinger Literaturherbst in diesem Jahr eine große Digitaloffensive. Mit nur einem Ticket zum Preis von 18 € kann das Publikum alle Veranstaltungen innerhalb des Festivalzeitraumes auch online erleben.

Die Anmeldung erfolgt ganz einfach über www.literaturherbst-on-air.com und schon kann es losgehen. Tickets und Informationen gibt es unter  www.literaturherbst.com. Studierende der Göttinger Universität und der Privaten Hochschule Göttingen haben mit dem Kulturticket kostenfreien Zugang.

Veranstaltungen im Kunsthaus Göttingen

© Digne M. Marcovicz/Regina Schmeken

Alexander Kluge & Lothar Müller

Epidemische Neugier

26. Oktober, Beginn 19 Uhr – Die kommunikative Verbindung per Videokonferenz mit Alexander Kluge, dem wohl wichtigsten Medienkünstler der Republik, schlägt eine Brücke in dessen Münchener Studio. Lothar Müller, Literaturkritiker der Süddeutschen Zeitung, spricht von Göttingen aus mit dem Schriftsteller, Filmemacher und Medienmanager über Literatur und Wissenschaft, Poesie, Politik und Gefühle. Ausgangspunkt ist Kluges Buch Der Russland-Kontainer (Suhrkamp 2020), das er seiner verstorbenen Schwester Alexandra gewidmet hat. Eingespielt werden Ausschnitte aus seinen jüngsten Filmarbeiten. Mit Gastauftritten von Lichtenberg und Kleist, Antigone und Kassandra ist zu rechnen. Ein multimedialer Abend im Kunsthaus mit dem Mann, der so viel mehr ist als der Miterfinder des Autorenkinos und des Neuen Deutschen Films.

https://www.literaturherbst.com/programm/festivalkalender/2020/epidemische-neugier/

© Gerhard Steidl

Kolloquium

Auseinandernehmen und Zusammensetzen

Büchermachen mit Günter Grass (Gerhard Steidl), Wir vom Archiv: Fundsachen für Grass-Leser (Prof. Dr. Heinrich Detering, Svenja Brand, Lisa Kunze, Katrin Wellnitz), Günter Grass und die Bildende Kunst (Viktoria Krason)

27. Oktober, Beginn 16 Uhr – Die jahrzehntelange, ungewöhnlich intensive Zusammenarbeit des Autors Grass mit seinem Verleger und Drucker Steidl dokumentiert sich in Texten, Entwürfen für Umschläge und Seitengestaltung. Aus diesem Fundus schöpfen die Beiträge des Kolloquiums für wahre Grass-Fans und solche, die es noch werden wollen.

https://www.literaturherbst.com/programm/festivalkalender/2020/auseinandernehmen-und-zusammensetzen/

© Michael Aust /Villa Concordia

Ulrike Almut Sandig

Monster wie wir

29. Oktober, Beginn 19 Uhr – Geht es um exzellente Lyrik oder grandiose Klangprojekte, stößt man unweigerlich auf Ulrike Almut Sandig. Jetzt ergänzt auch der Debütroman Monster wie wir (Schöffling 2020) ihr beachtliches Portfolio, in dem sie eine ganz neue Seite von sich zeigt. Im Zentrum stehen Viktor und Ruth, gefangen in der ostdeutschen Pampa, immer auf der Suche nach einem Ausweg. In rasantem Tempo und gestochen scharfen Sätzen nimmt Sandig ihre Leser*innen mit auf die Reise einer Generation, die irgendwie verloren scheint und verzweifelt nach Selbstbestimmung sucht. Ein funkelnder, gewaltiger Roman, den Alexander Solloch (NDR Kultur) sich mit der Autorin einmal ganz genau anschaut.

Die Veranstaltung wird aufgezeichnet von NDR Kultur, Sendetermin 06.12.2020 ab 20 Uhr in der Sendung Sonntagsstudio«.

https://www.literaturherbst.com/programm/festivalkalender/2020/monster-wie-wir/

© Annette Etges

Linus Giese

Ich bin Linus

30. Oktober, Beginn 19 Uhr – Seine »Neugeburt« begann mit einem Starbucks-Becher, auf dem zum ersten Mal der Name stand, den er sich so lange überlegt hatte: »Linus«. Schon mit sechs hat Linus Giese geahnt, dass ihm ein falsches Geschlecht zugeordnet wurde, doch erst mit einunddreißig kann er endlich ein Leben beginnen, das nicht mehr von Scham, sondern Befreiung geprägt ist. Mit dem kurzen Satz Ich bin Linus (Rowohlt 2020) setzt die lang ersehnte Befreiung ein. Über seine zweite Pubertät, beklemmende Arztbesuche, bürokratische Hürden, Selbstzweifel und Solidarität spricht der Autor an dem Abend mit Kim Trau, Mitarbeiterin der Akademie Waldschlösschen, wo man sich schon lange für den Abbau von Homosexuellen- und Transfeindlichkeit einsetzt.

In Kooperation mit der Stiftung Leben & Umwelt / Heinrich-Böll-Stiftung Niedersachsen und der Akademie Waldschlösschen.

https://www.literaturherbst.com/programm/festivalkalender/2020/ich-bin-linus/