»Über die Ausstellung internationaler Kunst hinaus versteht sich das Kunsthaus Göttingen als Ort für Bildung, Vermittlung und Interaktion mit Kunst.«

– Gerhard Steidl, Gründungsdirektor

über das kunsthaus göttingen

Das Kunsthaus Göttingen ist ein Ausstellungshaus für Arbeiten auf Papier (Zeichnungen, Druckgrafik, Buch- und Plakatkunst), Fotografie und neue Medien. Der Ausstellungsschwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Kunst mit internationaler Ausrichtung. Bei der kuratorischen Planung steht die enge Zusammenarbeit mit den Künstler*innen selbst im Vordergrund, die damit nicht nur eine Bühne für ihre Arbeiten, sondern auch die Chance für Neuproduktionen, Kooperationen und interaktive Projekte bekommen.
Pro Jahr sind drei bis vier Ausstellungen als umfangreiche Einzel- oder Gruppenausstellungen geplant. Zu jeder Ausstellung ist ein vielfältiges Begleitprogramm, gerade für Kinder und Jugendliche, vorgesehen.

gründungsdirektion

Für die Bauphase und den Betrieb in den ersten Jahren besteht das Kunsthaus-Göttingen-Team aus dem Gründungsdirektor Gerhard Steidl, dem Gründungsgeschäftsführer Alfons von Uslar sowie der Kuratorin Ute Eskildsen und dem Gastkurator Joshua Chuang.

Gerhard Steidl steht als Gründungsdirektor dem Projekt zur Seite. Er führt den Steidl Verlag in der Nähe des Kunsthauses Göttingen. Bereits 1969 druckte er Plakate und Multiples von Künstlern wie Joseph Beuys und Klaus Staeck und verlegt heute ausgewählte Kunst- und Fotografiebände, Literatur und politische Sachbücher. Neben dem Büchermachen konzipiert und kuratiert Gerhard Steidl Ausstellungen weltweit.

Alfons von Uslar unterstützt das Projekt in der Startphase ehrenamtlich als Gründungsgeschäftsführer. Der gelernte Landwirt und diplomierte Jurist ist nach mehrjährigen Auslandsaufenthalten in seine Heimatstadt Göttingen zurückgekehrt, um das Familienunternehmen zu führen. Fundierte Kenntnisse betriebswirtschaftlicher Abläufe und juristischer Fragen verbinden sich bei ihm mit einem großen Interesse an Kunst und Kultur.

Ute Eskildsen ist die Gründungskuratorin des Kunsthauses. Sie berät die Stadt bei der Bauplanung und ist maßgeblich an der programmatischen Ausrichtung des Hauses beteiligt. Eskildsen war als stellvertretende Direktorin des Folkwang Museums in Essen tätig und leitete dort die fotografische Abteilung, die sie selbst aufbaute. Ihre im Folkwang Museum kuratierten Fotoausstellungen sind weit über Deutschland hinaus bekannt.

Joshua Chuang konnte als Gastkurator für das Kunsthaus gewonnen werden. Er etablierte als erster Kurator in der Art Gallery der Yale Universität Fotografie und war dort als Chefkurator tätig. Heute arbeitet er als Leiter der Wallach Division of Art, Prints & Photographs sowie als Kurator für Fotografie an der New York Public Library und lehrt an der Yale University School of Art.

architektur und innenhof

Die Idee für das Kunsthaus Göttingen wurde aus dem Gedanken heraus geboren, bildender Kunst mehr Raum und Präsenz in der Stadt Göttingen zu geben. Auf dem Grundstück Düstere Straße 7, neben dem Günter-Grass-Archiv, wird derzeit das Gebäude fertiggestellt. Bereits 2008 stellten der Verleger Gerhard Steidl und der damalige Oberbürgermeister Wolfgang Meyer die Idee eines Kunstquartiers mit dem Kunsthaus als Mittelpunkt vor.

Die Stadt hat für das gemeinsam mit Gerhard Steidl geplante Projekt Fördermittel in Höhe von 4,5 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm »Nationale Projekte des Städtebaus« erhalten. Der Duderstädter Unternehmer Hans Georg Näder unterstützt den Bau des Kunsthauses mit bis zu einer Million Euro.

2016 bekam das Architekturstudio Atelier ST aus Leipzig nach einem internationalen Architektenwettbewerb den Zuschlag für die Architekur- und Generalplanung am Kunsthaus Göttingen. Die Architekten Silvia Schellenberg Thaut und Sebastian Thaut verbinden in ihren Arbeiten Tradition und Gegenwart. So auch bei ihrem Konzept für das Kunsthaus Göttingen: Seine äußere Erscheinung transformiert regionaltypische Details und Geometrien aus dem Kontext der Göttinger Altstadtbebauung in eine eigenständige, moderne Museumsarchitektur. Das neue Haus ist damit im Stadtbild von Göttingen deutlich als Ausstellungsgebäude erkennbar.

Der Berliner Landschaftsarchitekt Stefan Bernard gewann 2017 den Wettbewerb für die Gestaltung des Innenhofs.

 

haus

Das viergeschossige Haus mit Spitzdach orientiert sich an den benachbarten Fachwerkhäusern – auch hier erweitert sich nach oben hin die Grundfläche. Die Außenhülle aus Mauersteinen, weckt zudem Erinnerungen an Lagerhäuser aus der Straße und Umgebung.

Das Foyer des Kunsthauses wird über ein Eingangstor betreten und gibt auf der gegenüberliegenden Seite den Blick zum begruünten Innenhof frei. Zur rechten Hand liegt die erste Galerie. Die Besonderheit des Baus sind drei ca. 120qm große und 3,20m hohe stützenfreie Galerieräume. Dies erlaubt über alle Geschosse ein Höchstmaß an Flexibilität im Arrangement verschiedener Ausstellungskonzeptionen. Um die Papierarbeiten zu schützen und Videoinstallationen und Projektionen zu ermöglichen, hat jeder Galerieraum nur ein großes, bodentiefes Fenster, das bei Bedarf verdeckt werden kann. Zusätzlich zu den drei Galerien verfügt das Haus über vier kleinere Ausstellungsräume. Im Dachgeschoss gibt es zudem ein ca. 100qm großes »Forum« für Vermittlungsarbeit und Sonderveranstaltungen. Das Kunsthaus Göttingen hat damit insgesamt eine Ausstellungsfläche von 736qm.

garten

Über das Foyer des Hauses gelangt man zum Innenhof. Das Kunsthaus Göttingen teilt sich seinen Hof mit dem Buchladen Rote Straße und dem Büro des Literaturherbstes. Von drei Seiten zugänglich ist der Hof gleichsam Garten der Häuser. Unweit der Haupteinkaufsstraßen entsteht damit eine grüne Oase, ein Ort des zwanglosen Zusammentreffens, Verweilens und Austausches. Wie bereits in der Vergangenheit wird es an dieser Stelle wieder einen Kinderspielplatz mit Sand geben. In dem nach Außen hin eingefassten Garten können sich die Kinder frei bewegen. Zusätzlich ist ein Pavillon mit Arbeiten des US-amerikanischen Pop-Art Künstlers Jim Dine im Innenhof geplant.

KuQua – kunstquartier

Seit 2008 verfolgen die Stadt Göttingen und der Verleger Gerhard Steidl die Idee des Kunstquartiers. Es liegt zwischen Düsterer Straße, Nikolaikirchhof, Nikolaistraße und Turmstraße im historischen Kern der Stadt. Im Quartier befinden sich schon heute, als »Keimzellen« des Kunstquartiers, das Atelier eines amerikanischen Künstlers, eine Werkstatt für handwerkliche Bilderrahmenherstellung, zwei Buchbindereien, eine private Bildergalerie, ein Buchladen, das Literarische Zentrum, das Büro des Göttinger Literaturherbstes, ein international tätiger Verlag für Literatur und Fotografie und eine Werkstatt für hochwertige Ausstellungsdrucke sowie diverse Cafés und andere Kleingewerbe. Als Ausstellungs- und Veranstaltungsort ist das Günter-Grass-Archiv, das zur Universität Göttingen gehört, seit 2015 aktiv. Es wurde im Jahr 2016 mit dem »Preis für Denkmalpflege« der Niedersächsischen Sparkassen-Stiftung ausgezeichnet.

Das Kunsthaus Göttingen wird ein besonderes Haus, dessen Ausstellungsschwerpunkt auf aktuellen Positionen der internationalen Gegenwartskunst unterschiedlicher Medien liegt. Es als Herzstück des Kunstquartiers verspricht es eine weitere, wertvolle Belebung der Göttinger Kulturlandschaft und ist damit der wichtigste Schritt in der Quartiersentwicklung.

 

Website des Kunstquartiers Göttingen