»Über die Ausstellung internationaler Kunst hinaus versteht sich das Kunsthaus Göttingen als Ort für Bildung, Vermittlung und Interaktion mit Kunst.«

– Gerhard Steidl, Gründungsdirektor

über das kunsthaus göttingen

Das Kunsthaus Göttingen ist ein Ausstellungshaus für Arbeiten auf Papier (Zeichnungen, Druckgrafik, Buch- und Plakatkunst), Fotografie und neue Medien. Der Ausstellungsschwerpunkt liegt auf zeitgenössischer Kunst mit internationaler Ausrichtung. Bei der kuratorischen Planung steht die enge Zusammenarbeit mit den Künstler*innen selbst im Vordergrund, die damit nicht nur eine Bühne für ihre Arbeiten, sondern auch die Chance für Neuproduktionen, Kooperationen und interaktive Projekte bekommen.

Pro Jahr sind drei bis vier Ausstellungen als umfangreiche Einzel- oder Gruppenausstellungen geplant. Zu jeder Ausstellung ist ein vielfältiges Begleitprogramm, gerade für Kinder und Jugendliche, vorgesehen.

architektur und innenhof

Die Idee für das Kunsthaus Göttingen wurde aus dem Gedanken heraus geboren, bildender Kunst mehr Raum und Präsenz in der Stadt Göttingen zu geben. Auf dem Grundstück Düstere Straße 7, neben dem Günter-Grass-Archiv, wird derzeit das Gebäude fertiggestellt. Bereits 2008 stellten der Verleger Gerhard Steidl und der damalige Oberbürgermeister Wolfgang Meyer die Idee eines Kunstquartiers mit dem Kunsthaus als Mittelpunkt vor.

Die Stadt hat für das gemeinsam mit Gerhard Steidl geplante Projekt Fördermittel in Höhe von 4,5 Millionen Euro aus dem Bundesprogramm »Nationale Projekte des Städtebaus« erhalten. Der Duderstädter Unternehmer Hans Georg Näder unterstützt den Bau des Kunsthauses mit bis zu einer Million Euro.

2016 bekam das Architekturstudio Atelier ST aus Leipzig nach einem internationalen Architektenwettbewerb den Zuschlag für die Architekur- und Generalplanung am Kunsthaus Göttingen. Die Architekten Silvia Schellenberg Thaut und Sebastian Thaut verbinden in ihren Arbeiten Tradition und Gegenwart. So auch bei ihrem Konzept für das Kunsthaus Göttingen: Seine äußere Erscheinung transformiert regionaltypische Details und Geometrien aus dem Kontext der Göttinger Altstadtbebauung in eine eigenständige, moderne Museumsarchitektur. Das neue Haus ist damit im Stadtbild von Göttingen deutlich als Ausstellungsgebäude erkennbar.

Der Berliner Landschaftsarchitekt Stefan Bernard gewann 2017 den Wettbewerb für die Gestaltung des Innenhofs.

 

haus

Das viergeschossige Haus mit Spitzdach orientiert sich an den benachbarten Fachwerkhäusern – auch hier erweitert sich nach oben hin die Grundfläche. Der gerillte Putz der Fassade weckt zudem Erinnerungen an Lagerhäuser aus der Straße und Umgebung. Das Foyer des Kunsthauses wird über ein Eingangstor betreten und gibt auf der gegenüberliegenden Seite den Blick zum begrünten Innenhof frei. Rechter Hand liegt die erste Galerie. Die Besonderheit des Baus sind drei ca. 120 m2 große und 3,20 m hohe stützenfreie Galerieräume. Dies erlaubt über alle Geschosse ein Höchstmaß an Flexibilität im Arrangement verschiedener Ausstellungskonzeptionen. Um die Papierarbeiten zu schützen und Videoinstallationen und Projektionen zu ermöglichen, hat jeder Galerieraum nur ein schmales, bodentiefes Fenster, das bei Bedarf verdeckt werden kann. Zusätzlich zu den drei Galerien verfügt das Haus über zwei kleinere Ausstellungsräume. Im Dachgeschoss gibt es zudem ein ca. 100 m2 großes »Forum« für Vermittlungsarbeit und Sonderveranstaltungen. Das Kunsthaus Göttingen hat damit insgesamt eine Ausstellungsfläche von 500 m2 (inkl. Forum).

garten
Durch das Foyer des Hauses erreicht man einen Innenhof. Das Kunsthaus teilt sich seinen Hof mit dem Buchladen Rote Straße und dem Büro des Literaturherbstes. Der Hof ist – da zugänglich von drei Seiten – gleichsam Garten des Hauses. Unweit der Haupteinkaufsstraßen entsteht damit eine grüne Oase, ein Ort des zwanglosen Zusammentreffens, Verweilens und Austausches. Wie bereits in der Vergangenheit wird es an dieser Stelle wieder einen Kinderspielplatz mit Sand geben. In dem nach außen hin eingefassten Garten können die Kinder sich frei bewegen. Zusätzlich befindet sich im Innenhof ein Pavillon mit einer Installation des US-amerikanischen Künstlers Jim Dine.
KuQua – kunstquartier

Seit 2008 verfolgen die Stadt Göttingen und der Verleger Gerhard Steidl die Idee des Kunstquartiers. Es liegt zwischen Düsterer Straße, Nikolaikirchhof, Nikolaistraße und Turmstraße im historischen Kern der Stadt. Im Quartier befinden sich schon heute, als »Keimzellen« des Kunstquartiers, ein Künstler- Atelier, eine Werkstatt für handwerkliche Bilderrahmenherstellung, zwei Buchbindereien, eine private Bildergalerie, ein Buchladen, das Literarische Zentrum, das Büro des Göttinger Literaturherbstes, ein international tätiger Verlag für Literatur und Fotografie und eine Werkstatt für hochwertige Ausstellungsdrucke. Als Ausstellungs- und Veranstaltungsort ist das Günter-Grass-Archiv, das zur Universität Göttingen gehört, seit 2015 in Betrieb. Es wurde im Jahr 2016 mit dem »Preis für Denkmalpflege« der Niedersächsischen Sparkassenstiftung ausgezeichnet. Das Kunsthaus Göttingen wird ein besonderes Haus, dessen Ausstellungsschwerpunkt auf aktuellen Positionen der internationalen Gegenwartskunst unterschiedlicher Medien liegt. Als Herzstück des Kunstquartiers verspricht es eine weitere, wertvolle Belebung der Göttinger Kulturlandschaft und ist damit der wichtigste Schritt in der Quartiersentwicklung.

Website des Kunstquartiers Göttingen