Jim Dine (*1935) lebt und arbeitet als Künstler in Paris, Göttingen und Walla Walla (USA). Seine Karriere ist eng mit der Pop-Art, Neo-Dada und Neo-Expressionismus verbunden. Sein umfangreiches und vielfältiges Werk umfasst zahllose Gemälde, Assemblagen, Skulpturen, Zeichnungen, Drucke und über zwölf Gedichtbände und wurde in mehr als 300 Einzelausstellungen in aller Welt gezeigt.

Jim Dine im „House of Words“

Der Stadt Göttingen ist er langjährig verbunden. Zusätzlich zu der bereits zur Eröffnung des Kunsthaus geschenkten Rauminstallation „Poet Singing (The flowering Sheets)“ kommen im Rahmen des Partnerprojekts „printing futures“ mit der documenta fifteen zwei weitere Werke von Dine ins Kunstquartier. Im Oschmannhaus (Düstere Str. 26) schräg gegenüber dem Kunsthaus präsentiert er während der Ausstellungsdauer seine Arbeit „Electrolyte in Blue“. Im Garten des Hauses wurde nun anlässlich seines 87. Geburtstags und mit Blick auf die Ausstellungseröffnung der Grundstein zu einem neuen Pavillon gelegt, der seine Rauminstallation „Seeing Thru the Stardust, the Heat on the Lawn (Claude)“ beherbergen wird. Diese wird für „printing futures“ bereits installiert und der Pavillon darum herum errichtet. Das Oschmannhaus ist zu den Öffnungszeiten des Kunsthauses ebenfalls für Besucher*innen geöffnet.

Electrolyte in Blue 

In Jim Dines unverblümt ehrlichen Worten ist Electrolyte in Blue ein „langes Hassgedicht“ über „das Böse in unserer heutzutage kleinen Welt und über diejenigen, die es entfesselt haben“. Die Arbeit setzt sich mit Antisemitismus, Rassismus, Klimawandel auseinander – und mit den Staatsoberhäuptern, die Dine aufs Schärfste verurteilt, in erster Linie Donald Trump. Dines Wut und Enttäuschung sind offensichtlich, aber sein Blick ist nicht nur düster. Er legt seine Worte über leuchtende Radierungen, Aquatinten und Lithografien von botanischen Motiven in leuchtenden Farben. Üppiges Blattwerk, Blumen, Früchte und Gemüse feiern die Natur und bieten Trost, trotz der sozialen, politischen und ökologischen Besorgnisse, die Dine äußert. Electrolyte in Blue ist Totentanz und Feier des Lebens, voll Dunkelheit und Licht, voller zwingender Widersprüche: Zeugnis von Dines „Dilemma zu versuchen, unter den gegenwärtigen Umständen menschlich und lebendig zu bleiben.“

Im Oschmannhaus (Düstere Str. 26) wird Dines „Electrolyte in Blue“ präsentiert

Seeing Thru the Stardust, the Heat on the Lawn (Claude), 2017

Es sind merkwürdige Tongefäße, sie sehen aus wie rohe Vasen oder Rohrabschnitte oder grotesk verbogene Fehlbrände, und oben heraus ragen bis zur Unbrauchbarkeit korrodierte Zangen, Hämmer, Scheren, die Gefäße sind händisch mit Worten beschriftet, aus denen sich nur langsam Gedichtzeilen herausschälen, „my new bottle of ink is magic“ heißt es etwa – das will man sofort glauben, so variabel ist die Gestalt der Buchstaben und Zeilen, so leichtfüßig die Poesie, die mit der Rohheit der Gefäße, den groben Konturen der Werkzeuge merkwürdige Resonanzen hat, ähnlich wie die zwischen dem kantigen Bolzenschneider und der fragilen Keramik: Muss nicht etwas kaputtgehen, wenn das aneinander stößt? Vielleicht ist es gerade die Schrift, die Sprache, die diese Widersprüche ausgleicht, indem sie in Worte fasst: „Occupy the churches // and hand out the vaccine!“

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