Gruppenausstellung

SANTU MOFOKENG

WILLIAM KENTRIDGE

BANELE KHOZA

Fotografie / Radierungen / Grafik

Begleitprogramm: FotoFactory.Lagos

19. Februar 2022 – 1. Mai 2022

Die Kunst Südafrikas unterliegt in den letzten Jahrzehnten – bedingt durch den Übergang von einem autoritären Apartheids-Regime zu einer 1994 gewählten Demokratie – einem starken Wandel. Die Ausstellung im Kunsthaus gibt mit Werken von Santu Mofokeng, William Kentridge sowie von Banele Khoza aufschlussreiche Einblicke in die unterschiedlichen Facetten aktueller südafrikanischer Kunst.

SANTU MOFOKENG

Stories / Fotografie

Der 1956 in Südafrika geborene und 2020 verstorbene Fotokünstler widmete sich seit Mitte der 1980er Jahre der Dokumentation von Geschichten, die sich am Rande seines Landes entfaltet haben: dem Leben von Familien, Farmpächtern und Arbeitern in den Townships – Wohnsiedlungen für die »Schwarze Bevölkerung«. Im Gegensatz zu den aufsehenerregenden Bildern von Propaganda, Gewalt und Ungleichheit bauen Mofokengs Fotografien ein Verständnis des Alltaglebens während und nach der Apartheid betont indirekt und zurückhaltend auf. Als einem der wenigen Schwarzen Fotografen, die in dem turbulenten Jahrzehnt vor dem Ende der Apartheid aktiv waren, war es Santu Mofokeng möglich, die peripheren südafrikanischen Gemeinschaften hautnah und von innen heraus zu beobachten.

»Stories« ist die erste Ausstellung in Deutschland, die einen vollständigen Bogen über Mofokengs drei Jahrzehnte lange Karriere spannt: Von seinen ersten Bildern von Arbeiterstreiks, politischen Kundgebungen und religiösen Ritualen, die spontan im Pendelzug zwischen Soweto und Johannesburg aufgeführt wurden, bis hin zu seinen einzigartigen Aufnahmen vom Leben auf den Straßen, von Häusern und Shebeens (illegalen Trinkhallen) in Townships wie Bloemhof und Dukathole. Daneben wird Mofokengs gefeierte Diaschau »The Black Photo Album / Look at Me: 1890–1950« zu sehen sein.

WILLIAM KENTRIDGE

Domestic Scenes / Radierungen

William Kentridge wurde 1955 in Johannesburg geboren und ist einer der prominentesten zeitgenössischen Künstler Südafrikas. Er arbeitet in den Medien Zeichnung, Schreiben, Film, Performance, Musik und vielfach auch über deren Grenzen hinweg. Seine Kunst basiert auf Themen aus Politik, Wissenschaft, Literatur und Geschichte und lässt dabei oft Raum für Widersprüche und Unsicherheiten.

Kentridges Arbeiten sind seit den 1990er Jahren international in Museen, Galerien, Theatern und Opernhäusern zu sehen und werden in vielen großen Museen und Institutionen gezeigt. Er erhielt die Ehrendoktorwürde mehrerer Universitäten, darunter Yale und die University of London; Zu seinen Preisen zählen der Kyoto-Preis (2010), der Prinzessin-von-Asturien-Preis (2017) und der Praemium Imperiale-Preis (2019).

Im Rahmen der Ausstellung im Kunsthaus wird eine Auswahl seiner 54 Blatt umfassenden Serie “Domestic Scenes” (1980) präsentiert werden. Diese wichtige Folge von Radierungen, die er im Alter von 25 Jahren schuf, zeigt eine Reihe menschlicher Verhaltensweisen in häuslicher Umgebung und spiegelt dabei nicht nur Einflüsse von Künstlern wie Matisse und Bacon wider, sondern auch Kentridges Denken und konzeptionelle Ansätze.

BANELE KHOZA

Diary Entries / Grafik

Das komplexe Innenleben romantischen Begehrens und die Erweiterung des Begriffs von Männlichkeit sind Gegenstand der künstlerischen Auseinandersetzung von Banele Khoza. Der 1994 in Swaziland geborene Künstler arbeitet heute in Johannesburg und hat dort 2018 das BKhz gegründet – einen Zusammenschluss von offenem Atelier, Projektraum und Galerie –, in dem neben ihm auch andere Künstler*innen seiner Generation wirken. Arbeiten auf Papier in verwaschenen, bunten oder düsteren Farben prägen Khozas figürliche bis abstrakte Bildsprache.

Die Figuren in seinen Arbeiten spiegeln nicht nur die Sehnsüchte des Künstlers wider, sondern markieren eine Suche nach zwischenmenschlicher Präsenz und Intimität in einer Zeit, die zunehmend von sozialen Medien geprägt ist. Die im Kunsthaus Göttingen gezeigte Ausstellung ist die erste Bestandsaufnahme von Khozas Arbeiten, die in einem Ausstellungshaus außerhalb des afrikanischen Kontinents gezeigt wird.

Sie gibt damit einen Einblick in die junge Generation der südafrikanischen Kunstszene.


Kuratiert von Joshua Chuang

Für die Ausstellung konnte Joshua Chuang als Gastkurator gewonnen werden. Er etablierte als erster Kurator in der Art Gallery der Yale Universität die Fotografie und war dort als Chefkurator tätig. Heute arbeitet er als Leiter der Wallach Division of Art, Prints & Photographs sowie bis zuletzt als Kurator für Fotografie an der New York Public Library und lehrt an der Yale University School of Art.


Begleitprogramm: FotoFactory.Lagos

Die FotoFactory.Lagos bietet ein umfangreiches Programm um junge nigerianische Fotografie zu fördern, veranstaltet Fotoworkshops, gibt Publikationen heraus, organisiert Ausstellungen und fördert afrikanische Fotografie international. Das Programm setzt sich auch für den Aufbau von Archiven und Forschungseinrichtungen in Nigeria ein, um wichtige Beispiele nigerianischer Fotografie zu bewahren und damit wichtige Stätten des kulturellen Erbes zu dokumentieren.

Das 2016 von Eva Maria Ocherbauer und Sylvester Okwunodu Ogbechie gegründete Programm tritt die Nachfolge der LagosPhoto Summer School an, einer Zusammenarbeit mit der African Artists´Foundation, die 2013 im Rahmen des LagosPhoto Festivals initiiert wurde. Für weitere Informationen: https://fotofactorylagos.de/.

Ausstellungseröffnung mit Banele Khoza und William Kentridge

Ausstellungsführungen

(wir bitten um vorherige Anmeldung)

TERMINE:

Mai

25mai15:00 Uhr16:00 UhrVisita con debate en la exposición en español: Dialogischer Rundgang auf SpanischNeven Allgeier15:00 Uhr - 16:00 Uhr(GMT+02:00)

Juni

08jun17:00 Uhr18:00 UhrInteraktiver Ausstellungsrundgang anlässlich der 21. Nacht der KulturNeven Allgeier17:00 Uhr - 18:00 Uhr(GMT+02:00)

22jun14:00 Uhr18:00 UhrÖffnung des House of WordsJim Dine / Biennale di Venezia14:00 Uhr - 18:00 Uhr(GMT+02:00)

Gefördert durch:

Mehr Programm

Spaß am Forschen, Erproben? Lust auf Gestalten? Dann kommen Sie zusammen mit einer Freundin, Ihrer Oma oder Ihrem Kind zum ART_LAB.
Schon einmal durch eine Ausstellung gelaufen und dabei komplett nonverbal auf Ihr Umfeld reagiert? Schweigend erkunden wir den Ausstellungsraum und lassen die Arbeiten der Künstlerin ohne Worte laut werden!
An jedem ersten Donnerstag im Monat können Sie entspannt und in abendlicher Atmosphäre nach einem anstrengenden Tag einfach mal die (Kunst)Seele baumeln lassen...
Raus aus dem Studio und mit der Yogamatte unter dem Arm rein in's Kunsthaus! Die Kombination aus Gegenwartskunst und Yoga bietet einen besonderen Perspektivwechsel, berührt die Sinne und schärft die Wahrnehmung von Körper und Geist sowie für die Themen der Ausstellung gleichermaßen.